
Typisch Gordon - Gordon enttäuscht auch diesmal nicht mit Der Rabbi.Sein Schreibstil ist sehr fließend, sodass man leicht in das 20.Jahrhundert eintaucht und alles wie ein Film an einem vorbeiläuft.Besonders interessant finde ich auch diesmal die Einblicke in jüdische Traditionen und Werte.Allerdings kommt man leicht durcheinander, wenn der Autor zwischen den Jahren hin- und her springt. Doch zum Ende hin versteht man Gordons System der Zeitmaschine.Also, alles in allem wieder mal ein gelungenes und typisches Buch vom Bestseller- Autor.
Karriere eines eigensinnigen Rabbis - Gordon erzählt die Chronik einer neureichen, jüdischen Familie in den USA 1925-65. Vielerorts ist ein Verfall jüdischer Werte und Traditionen zu sehen. Großvater Isaac, ein strenggläubiger Rabbi, ist entsetzt. Doch er pflanzt den Keim des Glaubens in seinem Enkel Michael, der zum eigentlichen Helden dieses Buches wird. Michael Kind wird zum orthodoxen Rabbi der kommenden Generation ausgebildet und setzt sich in den folgenden Jahren in verschiedenen Gemeinden und Staaten für die Erhaltung des Glaubens ein. Das tut er sehr aktiv, und nicht immer diplomatisch - wie Gordon nett darstellt.Das Buch ist aus dem Jahr 1965, und das merkt man dem Stil etwas an. So ausführlich und plätschernd würde heute nicht mehr geschrieben. Gordon selbst hat im Medicus & Co. das Tempo erhöht. Auch die Symbolik ist noch etwas penetrant: bei netten Leuten schmeckt stets das Essen gut, bei unsympathischen ist das Bier warm etc. :-) Das Rabbi Kind seine eigene Frau gegen ihren Willen dauernd mit Elektroschocks behandeln lässt, obwohl sie nur depressiv ist, fand ich auch komisch - es ist aber ein über den ganzen Roman gestrecktes Thema. Vielleicht zeigt sich in ihrer letztlich unter erheblichem psychologischem Druck erfolgten Einwilligung der übertriebene Missionierungseifer, der Kind inneliegt. Faszinierend sind auf jeden Fall die Einblicke in die jüdische Kultur, hierin sehe ich den großen Pluspunkt des Buches.
Shalom - Michael Rivkind, später Michael Kind, ist der Sohn jüdischer Einwanderer, die unter stark wachsendem Antisemitismus, ihre europäische Heimat verlassen müssen, um sich in Amerika niederzulassen. Sein Schicksal, sowie Schicksal seines Großvaters, seiner Eltern, seiner großen Liebe, Leslie, aber auch Vielzahl anderer Menschen, die seinen Lebensweg kreuzen, wird mit viel Wärme, Wehmut, Charme und Witz erzählt. Die Charaktere wirken sehr lebensecht, besonders „sejde, also Michaels Großvater, mit seinem langen Bart und wunderlichen Geschichten, die er seinem Enkel Michael erzählt, sticht durch seine Authentizität aus der Menge hervor. Oft werden der jüdische Stolz und die strenge Tradition dem Teenager Michael zu Verhängnis, doch paradoxerweise sind es genau die zwei Sachen, die sein Leben verändern und ihn dazuverleiten, ein richtiger Rabbi zu werden. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte ein wenig Moral predigend und stellenweise zu dick aufgetragen. So zum Beispiel verprügelt der kleine Michael seinen Peiniger Stash - der ihn tagtäglich misshandelt hat und als dreckigen Juden beschimpft hat - mit dem Rohrstock seines Lehrers. Als er dem Lehrer den Stock zurückgab, sagte er, dass er ihn ausgeborgt habe, um ihn an einem Antisemit auszuprobieren.Später spricht der Rabbi in seiner Gemeinde die Rassentrennung an und macht sich sehr stark für die Schwarzen, die keinerlei Rechte haben, wobei er ständig an seiner Frau Leslie meckert, die ihm zuliebe ins Judentum konvertiert ist. Nach dem Motto: Wasser predigen, aber Wein trinken!Fazit: Das Buch ist kein prickelnder Champagner, eher ein warmer Tee an einem kalten Dezembertag.
Shalom - Michael Rivkind, später Michael Kind, ist der Sohn jüdischer Einwanderer, die unter stark wachsendem Antisemitismus, ihre europäische Heimat verlassen müssen, um sich in Amerika niederzulassen. Sein Schicksal, sowie Schicksal seines Großvaters, seiner Eltern, seiner großen Liebe, Leslie, aber auch Vielzahl anderer Menschen, die seinen Lebensweg kreuzen, wird mit viel Wärme, Wehmut, Charme und Witz erzählt. Die Charaktere wirken sehr lebensecht, besonders „sejde, also Michaels Großvater, mit seinem langen Bart und wunderlichen Geschichten, die er seinem Enkel Michael erzählt, sticht durch seine Authentizität aus der Menge hervor. Oft werden der jüdische Stolz und die strenge Tradition dem Teenager Michael zu Verhängnis, doch paradoxerweise sind es genau die zwei Sachen, die sein Leben verändern und ihn dazuverleiten, ein richtiger Rabbi zu werden. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte ein wenig Moral predigend und stellenweise zu dick aufgetragen. So zum Beispiel verprügelt der kleine Michael seinen Peiniger Stash - der ihn tagtäglich misshandelt hat und als dreckigen Juden beschimpft hat - mit dem Rohrstock seines Lehrers. Als er dem Lehrer den Stock zurückgab, sagte er, dass er ihn ausgeborgt habe, um ihn an einem Antisemit auszuprobieren.Später spricht der Rabbi in seiner Gemeinde die Rassentrennung an und macht sich sehr stark für die Schwarzen, die keinerlei Rechte haben, wobei er ständig an seiner Frau Leslie meckert, die ihm zuliebe ins Judentum konvertiert ist. Nach dem Motto: Wasser predigen, aber Wein trinken!Hier ein wunderbarer, und sehr komischer, Ausschnitt aus dem Buch:„Als er sich neben sie legte, war ihm bewusst, dass sein Scheitel gerade an ihr Ohr heranreichte, während seine kalten Zehen auf ihren bebenden Knöcheln lagen. Ihr Hymen war zäh wie Leder. Er bemühte sich aus Leibeskräften, murmelte hastige Gebete und fühlte sich eingeschüchtert, sowohl von dem Widerstand, dem er begegnete, als auch von den leisen Angst- und Schmerzenschreien seiner Braut. Endlich gelang es ihm, das Häutchen riss, und Leah schrie durchdringend auf. Als alles vorüber war, lag sie allein an der äußersten Kante des Bettes und weinte, weinte über den Schmerz und die Demütigung, aber auch über ihren seltsamen kleinen Gatten, der nackt über zwei Drittel des Bettes ausgestreckt lag und Triumphgesänge auf hebräisch sang, in einer Sprache, die sie nicht verstand.Fazit: Das Buch ist kein prickelnder Champagner, eher ein warmer Tee an einem kalten Dezembertag.
... - Der Rabbi erzählt von dem aus einer jüdischen Familie stammenden Michael Kind, den man durch seine Jugend begleitet, bis er sich seinen Wunsch erfüllt und Rabbi, also Prediger jüdischer Gemeinden, wird. Abwechselnd wird von seinem Leben als solcher erzählt und auf seine Vergangenheit zurückgeblickt, außerdem wird teilweise aus der Sicht von anderen Personen erzählt, wodurch man Vorgeschichten und sonstiges für das Hauptgeschehen nötige Wissen erhält. Die Geschichte spielt im Amerika der zwanziger bis sechziger Jahre, also auch teilweise in der Zeit des Krieges, was aber als Thema kaum angeschnitten wird.Das Buch enthält eine unterhaltsame Geschichte, nicht besonders spannend oder fesselnd, aber durchaus interessant und - wie schon erwähnt - unterhaltsam. Die Handlung fließt mehr oder weniger dahin und lässt keine auffallenden Höhepunkte erkennen, doch das verzeiht man dem Autor. Alles in allem eine nette Lektüre, vollgepackt mit Informationen über das Judentum - für mich nichts, um eine Nacht zu durchwachen, aber doch, um ein paar Stunden zu füllen.