Religion : Intimacy

Intimacy

EUR 1,99


Der Film Intimacy erzählt die Geschichte von Jay und Claire, die zwar nichts voneinander wissen, sich aber jeden Mittwoch treffen, um begierig übereinander herzufallen und Sex zu haben. Erst als Jay versucht, mehr über Claire herauszufinden, entwickelt sich eine Beziehung, die für beide einen sehr schwierigen Verlauf nimmt und auf ein für beide sehr schmerzhaftes Ende zusteuert. Als Patrice Chéreaus Film in die Kinos kam, war der Aufruhr unter Freunden des guten Geschmacks groß: In der Manier von Erbsenzählern wurde dem Filmemacher vorgeworfen, dem Publikum in einem rund 90-minütigen Film ganze 35 Minuten an expliziten Darstellungen sexueller Handlungen vorsätzlich vorgesetzt zu haben. Da half es auch wenig, dass Autor Kureishi und Regisseur Chéreau in Interviews immer wieder betonten, dass es um Intimität ginge, die nicht leichtfertig auf den Ausdruck Sex herunter zu reduzieren sei. Der Rowohlt Verlag veröffentlichte nun das Buch zu dem so preisgekrönten wie umstrittenen Film. Buch zum Film ist hier eigentlich nicht der passende Ausdruck, denn glücklicherweise wurden hier nicht die Szenenfolgen nachfabuliert, wie das leider allzu oft geschieht -- das Resultat wäre dann sicherlich wirklich eine Perversion geworden. Vielmehr wurde das einzig Richtige getan: In dem Taschenbuch finden sich sowohl Hanif Kureishis Kurzroman Rastlose Nähe als auch die Kurzgeschichten Blau ist die Liebe und Dunkel wie der Tag, die hier als eine Einheit begriffen werden wollen, die Chéreau zu der Verfilmung inspirierte. Dies hat seinen Grund, denn beide Künstler waren sich zu Beginn ihrer gemeinsamen Arbeit einig, dass die einzelnen Geschichten zu stark nach innen gekehrt und wohl auch zu kompliziert waren, um allein als Vorlage für einen Film dienen zu können, erinnert sich Kureishi in seinem Vorwort zu dem Band. In den Erzählungen mag es wohl auch um Sex gehen, doch ging Kureishi der Frage nach, wie Menschen mit ungelebten Träumen und vor allem mit Liebe und Lieblosigkeit umgehen. Das Buch ist leise -- ein langer innerer Monolog verschiedener männlicher Figuren, die Veränderung wollen, auf der Suche sind, oder auf etwas Großes warten. Unbedingt lesenswert -- für sich alleine bemerkenswerte Stücke zeitgenössischer britischer Literatur, und als Ergänzung zum Filmbesuch ein Muss für Cineasten. --Stefan Wölfel

Wie man seine Frau verlässt - Das Buch ist eines jener Werke, die man in zwei Stunden mit Gewinn durchliest. Es behandelt einen Mann in der Midlife-Crisis, der sich vom Leben in seiner Familie erdrückt fühlt, da er einer Geliebten nachtrauert. Die Geschichte gibt die freien Assoziationen des Autors in der Nacht vor dem Abhauen wider, und erzählt seine Lieben nach. Jay ist ein oberflächlicher Typ, der hemmungslosen Sex jeder reifen Beziehung vorziehen würde, was ja irgendwie entwaffnend ehrlich, wenn auch wenig symphatisch ist. Dabei sieht Kureishi durchaus die Probleme von Männern, die keine Väter sein können und stattdessen selbst das ewige Kind in sich suchen, und ihrer Frauen, die keine Feministinen mehr sind, sondern nur schlecht gelaunt. Fazit für den Leser: Es ist gut, dass Jay weggeht und sein happy end findet, aber es bleibt letztendlich doch eine feige Geschichte mit schalem Nachgeschmack.

Fütter mein Ego - Hurra! Ich habe das Buch endlich durch. Ich mache 3 Kreuze.Ich mag Hanif Kureishi sehr und ich zähle Ihn wirklich zu einenmeiner Lieblingsautoren aber auch mit Intimacy, genauswo wiebei Blau ist die Liebe oder einem anderen Buch der letztenpaar Jahre, macht mir Hanif mit seinen Geschichten grundsätzlichschlechte Laune. Ich mag die Männer darin nicht, sie sindegoistisch und sie glauben sich über Sex definieren zu müssen.Und ist schon mal jemand der grosse Drogenverbrauch in denBüchern aufgefallen? Na egal...ich will hier jetzt nicht denZeigefinger heben und nur meckern....aber bitte, ich willmal wieder über ein Kureishi-Buch lachen...so wie früher.Die 3 Punkte sind nur für den tollen Schreibstil und die guteÜbersetzung.....nur dadurch wurde es mir nicht langweilig.

Gäähhhn... - Hat Kureishi die Lebensmittekrise älterer Männer? Jedenfalls sind alle (männlichen) Protagonisten der Kurzgeschichten in Körper und/oder Geist schon ziemlich alt, desillusioniert, verbraucht. Und ihre Handlungen und die langatmig beschriebenn Beweggründe dafür erscheinen immer wie eine Flucht, nur das nach der Flucht (oder Affäre) nichts besseres kommt.Die Hauptgeschichte Rastlose Nähe ist dabei noch am spannendsten, hier kommen eine gute Story und gelungene Reflexion zusammen. Die restlichen Geschichten sind eher ermüdend. Vielleicht ist Kureishi einfach nicht der Autor für Short Stories.

Offen und ehrlich - Erfrischend die Lektuere dieser Kurzgeschichten, die zum einen ueberaus offen und nicht unamuesant die detaillierte Analyse einer abgestorbenen Ehe-Beziehung schildern, und wie die Protagonisten jeweils auf unkonventionelle Art versuchen, den dadurch entstandenen Sinnverlust mit Sinnen-Erlebnissen aufzufuellen (Sex, Drogen, Kunst etc)

Wunderbar - Oberflaechlich gelesen wirkt das Buch ziemlich langweilig und fuer manchen sicherlich sehr freizuegig und pornographisch. Kureishi benutzt jedoch diese pornographie als mittel zur darstellung der abgestorbenen gefuehlswelten seiner beiden hauptpersonen. dieses passiert sehr einfuehlsam, jedoch direkt, kureishi nimmt kein blatt vor dem mund. jay, hin und her gerissen zwischen koerperlicher lust und seiner allgegenwaertigen verantwortung (seine kinder), die ihm eigentlich in ein spiesserleben zwaengen, womit jay nicht klar kommt. und seine gespielin, mit der er sich mittwochs zum tete a tete trifft, innerlich ebenfalls tot, weil sie in ihrer familie nicht die liebe bekommt die sie braucht. wunderbar. lesen, lesen, lesen. oft findet uns die liebe erst, wenn es schon zu spaet ist......




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