
Wie man seine Frau verlässt - Das Buch ist eines jener Werke, die man in zwei Stunden mit Gewinn durchliest. Es behandelt einen Mann in der Midlife-Crisis, der sich vom Leben in seiner Familie erdrückt fühlt, da er einer Geliebten nachtrauert. Die Geschichte gibt die freien Assoziationen des Autors in der Nacht vor dem Abhauen wider, und erzählt seine Lieben nach. Jay ist ein oberflächlicher Typ, der hemmungslosen Sex jeder reifen Beziehung vorziehen würde, was ja irgendwie entwaffnend ehrlich, wenn auch wenig symphatisch ist. Dabei sieht Kureishi durchaus die Probleme von Männern, die keine Väter sein können und stattdessen selbst das ewige Kind in sich suchen, und ihrer Frauen, die keine Feministinen mehr sind, sondern nur schlecht gelaunt. Fazit für den Leser: Es ist gut, dass Jay weggeht und sein happy end findet, aber es bleibt letztendlich doch eine feige Geschichte mit schalem Nachgeschmack.
Fütter mein Ego - Hurra! Ich habe das Buch endlich durch. Ich mache 3 Kreuze.Ich mag Hanif Kureishi sehr und ich zähle Ihn wirklich zu einenmeiner Lieblingsautoren aber auch mit Intimacy, genauswo wiebei Blau ist die Liebe oder einem anderen Buch der letztenpaar Jahre, macht mir Hanif mit seinen Geschichten grundsätzlichschlechte Laune. Ich mag die Männer darin nicht, sie sindegoistisch und sie glauben sich über Sex definieren zu müssen.Und ist schon mal jemand der grosse Drogenverbrauch in denBüchern aufgefallen? Na egal...ich will hier jetzt nicht denZeigefinger heben und nur meckern....aber bitte, ich willmal wieder über ein Kureishi-Buch lachen...so wie früher.Die 3 Punkte sind nur für den tollen Schreibstil und die guteÜbersetzung.....nur dadurch wurde es mir nicht langweilig.
Gäähhhn... - Hat Kureishi die Lebensmittekrise älterer Männer? Jedenfalls sind alle (männlichen) Protagonisten der Kurzgeschichten in Körper und/oder Geist schon ziemlich alt, desillusioniert, verbraucht. Und ihre Handlungen und die langatmig beschriebenn Beweggründe dafür erscheinen immer wie eine Flucht, nur das nach der Flucht (oder Affäre) nichts besseres kommt.Die Hauptgeschichte Rastlose Nähe ist dabei noch am spannendsten, hier kommen eine gute Story und gelungene Reflexion zusammen. Die restlichen Geschichten sind eher ermüdend. Vielleicht ist Kureishi einfach nicht der Autor für Short Stories.
Offen und ehrlich - Erfrischend die Lektuere dieser Kurzgeschichten, die zum einen ueberaus offen und nicht unamuesant die detaillierte Analyse einer abgestorbenen Ehe-Beziehung schildern, und wie die Protagonisten jeweils auf unkonventionelle Art versuchen, den dadurch entstandenen Sinnverlust mit Sinnen-Erlebnissen aufzufuellen (Sex, Drogen, Kunst etc)
Wunderbar - Oberflaechlich gelesen wirkt das Buch ziemlich langweilig und fuer manchen sicherlich sehr freizuegig und pornographisch. Kureishi benutzt jedoch diese pornographie als mittel zur darstellung der abgestorbenen gefuehlswelten seiner beiden hauptpersonen. dieses passiert sehr einfuehlsam, jedoch direkt, kureishi nimmt kein blatt vor dem mund. jay, hin und her gerissen zwischen koerperlicher lust und seiner allgegenwaertigen verantwortung (seine kinder), die ihm eigentlich in ein spiesserleben zwaengen, womit jay nicht klar kommt. und seine gespielin, mit der er sich mittwochs zum tete a tete trifft, innerlich ebenfalls tot, weil sie in ihrer familie nicht die liebe bekommt die sie braucht. wunderbar. lesen, lesen, lesen. oft findet uns die liebe erst, wenn es schon zu spaet ist......